Anbauhöhe

Die allgemeine Faustregel für hochqualitativen Kaffee lautet: Je höher, desto besser. Aber - und das ist ein großes aber - so einfach ist das nicht. Denn wie so häufig bei delikaten Genussmitteln, egal ob etwa Wein oder Käse, ist es auch beim Kaffee immer etwas komplizierter als es zunächst scheint.

Kaffeelexikon

Bohnen der Gattung Arabica, welche in der Kaffeewelt oft als hochwertiger angesehen werden, wachsen in der Regel in Höhenlagen über 1000 Meter über dem Meeresspiegel und können sogar noch bei über 2500 Metern gezüchtet werden. Die weniger geschätzen Robusta-Pflanzen hingegen werden nur bis 1000 Metern Höhe angebaut.

Die Anbauhöhe - ein wichtiger Faktor beim Kaffeeanbau
Das Bild ist Teil unserer Reihe "Kaffee Einmaleins" bei Instagram: @bohnenhelden

Hintergrund hierbei ist, dass in höheren Lagen das Klima kühler ist und die Kirsche eine längere Reifezeit hat, wodurch sich ein überlegener Geschmack entwickelt. Gleichzeitig mögen es die Pflanzen jedoch auch nicht zu kalt. Ähnliches kennen wir z.B. bei der Herstellung von Eiswein bei denen man die Trauben auch bei kalten Temperaturen am Rebstock belässt. Ergebnis ist ein natursüßer Wein. Doch wird es zu Kalt besteht die Gefahr die Ernte zu verlieren. Ein schmaler Grad also. Doch zurück zum Kaffee: Das Zusammenspiel aus Temperatur und Anbauhöhe ist ein Grund dafür, weshalb in den Tropen so viele Kaffees angebaut werden.

Die Qualität des Kaffees wird aber eben nicht nur durch die Anbauhöhe bedingt, sondern auch über Faktoren, wie die Bodenbeschaffenheit, das Klima sowie seine Verarbeitung - vor Ort in den Anbauländern, ebenso wie später in den Röstereien. 

Es ist sicherlich wahr, dass keiner der weltbesten und vielleicht auch prämierten Kaffees auf Höhenlagen niedriger als 1000 Metern angebaut wird. Gleichzeitig ist aber auch wahr, dass die begehrtesten und wertvollsten Kaffees nicht unbedingt die am höchsten angebauten sind. Manchmal kann ein kühleres Mikroklima in geringerer Höhe, höhere Lagen "imitieren" und so ähnliche Ergebnisse erzielen, obwohl der Kaffee niedriger angebaut wurde.