Blend

Habt ihr den Begriff schon mal gehört? Vielleicht auf einer Kaffeeverpackung "House-Blend" gelesen? In diesem Artikel versuchen wir bisschen Klarheit in das Thema zu bringen.

Kaffeelexikon

Das „Blenden“, also das Mischen von Kaffee, ist ein ganz normales Vorgehen und im Kaffeegeschäft allgegenwärtig. Warum Röstereien Kaffeesorten miteinander mischen, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. 

  1. Einer besteht darin, verschiedene Geschmackseigenschaften zusammenzubringen und so ganz individuelle Geschmacksnuancen zu kreieren.
  2. Ein anderer Grund ist weniger nobel: Mischt man einem Kaffee günstige, qualitative schlechtere Bohnen unter spart das Geld und man verbirgt mögliche Probleme.    
  3. In ähnlicher Weise kann man durch das Mischen die saisonalen Schwankungen des Kaffeeangebots ausgleichen und stattdessen ein konstant (gutes oder schlechtes) Produkt anbieten.

    Das Problem mit dem Begriff "Blend"

    Das Problem mit dem Begriff "Blend" ist, dass er nicht wirklich viel über die Qualität des Kaffees aussagt. Lasst mich das am Beispiel von Weinen erklären. In der Weinherstellung bezieht sich der Begriff auf eine Mischung verschiedener Trauben, die in der Regel vom selben Weinberg oder zumindest aus der gleichen Region stammen. Beim Kaffee hingegen bezieht sich der Begriff sehr häufig auf eine Mischung von Kaffees aus weit entfernten Ländern. Und jeder Kaffee in dieser Mischung kann dann auch noch eine Mischung aus unterschiedlichen Arten von Kaffeepflanzen sein.

    Blend vs. Single Origin

    Einige Kaffeeproduzenten verzichten daher heute ganz auf die Herstellung von Blends und bieten stattdessen ausschließlich sogenannte „Single Origins“ an. Damit möchten sie die besonderen Eigenschaften eines Kaffees aus einer einzigen Quelle hervorheben und den Fokus auf die Geschichte und Herkunft des Kaffees legen. Wenn man es streng auslegt, dann bezeichnet der Begriff "Single Origin" allerdings auch nur Kaffee aus einem einzigen Land. Man könnte also eine Mischung aus vielen brasilianischen Kaffeesorten nehmen, die von Farmen aus diversen Regionen stammen, und sie trotzdem als Single Origin verkaufen und nicht als Blend. 

    Sind Blends also etwas schlechtes?

    Das kommt auf die Absicht der Rösterei an. Mischt man um Geld zu sparen und die schlechte Qualität seiner Bohnen zu verschleiern, dann sind Blends etwas schlechtes. Mischen Röstereien hingegen, um verschiedene Geschmackseigenschaften zusammenzubringen, dann sind Blends was wirklich tolles.

    Wie eingangs erwähnt, können erfahrene Röster durch das Mischen ganze neue und individuelle Geschmacksnuancen kreieren, die es ohne Blends nicht gäbe. Tatsächlich ist es sogar schwieriger eine Mischung aus unterschiedlichen Kaffeesorten so zu rösten, dass alle individuellen Noten, der einzelnen verwendeten Kaffees, gleichmäßig extrahiert werden. Und noch schwieriger ist es das einmal kreierte Geschmacksprofil nun bei jeder Röstung aufs Neue exakt zu treffen, damit wir Kunden immer wieder den gleichen Geschmack genießen können, den wir von unserem Lieblingskaffee erwarten. Damit dies bei einem handgerösteten Produkt möglichst immer der Fall ist, bedienen sich Röstereien einer einfachen Methode. Dem sogenannten „Post-Blending“. Dabei röstet der Röster nicht bereits die Mischung in seiner Röstmaschine, sondern jeden Kaffee separat. So kann er für jede Bohne die passende Röstung finden. Abschließend mischt er dann die individuell gerösteten Bohnen zum finalen Produkt zusammen. Das ist richtig aufwändige Handarbeit, die sich lohnt.