Cappuccino Zuhause selber zubereiten

Einen tollen Cappuccino Zuhause zubereiten, das schaffen meist nur erfahrene Homebarista mit entsprechendem Equipment. Doch es muss nicht immer die Siebträgermaschine sein, auch mit Espressokocher und French Press könnt ihr euch an den Cappuccino wagen.

Kaffeezubereitung

Neben dem Latte Macchiato ist der Cappuccino eine der Kaffeespezialitäten, die in Cafés und zuhause am häufigsten zubereitet wird. Er besticht durch seine cremige Milchschaumschicht und das harmonische Verhältnis von Espresso und Milch. Doch wie bereitet man ihn richtig zu? Wir zeigen dir heute 2 verschiedenen Wege, wie dir der perfekte Cappuccino auch zuhause gelingt.

Cappuccino selber zubereiten

Bild: Cappuccino - Cremig verführt

Vorbereitung: Was brauche ich für die Zubereitung eines guten Cappuccino?

Entscheidend sind die Zutaten, die in ausgewogener Balance zusammengebracht werden müssen. Traditionell italienisch sind das Espresso, heiße Milch und feiner Milchschaum, die im Verhältnis eins zu zwei gemischt werden. In einer Kaffeetasse befinden sich also ein Espresso und zwei Drittel Milch.

Der Espresso wird idealerweise in einer Siebträgermaschine vorbereitet. Alternativ klappt es aber auch mit einem kleinen Espressokocher. Ouch! Werden nun viele Experten sagen. Ein Espressokocher (auch Herdkocher oder Moka Pot genannt) macht - entgegen seines Namens - keinen Espresso. Und das stimmt. Kaffee aus einem Espressokocher ist für gewöhnlich zwar stärker als ein Filterkaffee aber milder als ein echter Espresso. Und ja, es fehlt ihm auch die echte Crema und unter hohem Druck ist er auch nicht entstanden. Wir finden, dass man mit ihm aber dennoch tolle Ergebnisse erzielen kann, gerade, wenn man keine teure Siebträgermaschine zuhause stehen hat. 

Steht die Kaffeebasis, brauchen wir Milch. Für einen Cappuccino bereiten wir diese zu einem feinen Milchschaum auf und mischen sie dem Espresso abschließend unter. Hast du keine Siebträgermaschine mit integrierter Dampfdüse sondern einen Espressokocher zur Hand, dann kann ein Milchaufschäumer das Hilfsmittel der Wahl für den perfekten Milchschaum sein. Wer besonders experimentierfreudig ist und eine Frech Press sein Eigen nennt, kann auch damit Milch aufschäumen, dazu später mehr.

Die richtige Bohne: Welche sollte ich verwenden?

Nebst den Zutaten Kaffee und Milch spielt die Bohne des Kaffees eine essentielle Rolle. Wir verwenden gerne ganz traditionell eine Mischung (Blend) aus Arabica- und Robustabohnen im Verhältnis 60% zu 40%. Die Robustabohne eignet sich insofern sehr gut für einen Cappuccino, weil ihr weicher Körper nicht nur den doch recht dominanten Geschmack der Milch ausbalanciert, sondern auch für eine stabile Crema sorgt.

Wichtig beim Kauf der Bohnen: Qualität. Geläufig ist eine Qualitätskennzeichnung mittels einer Buchstabenkombination. Doppel A, sprich AA, steht dabei für erstklassigen und hochwertigen Specialty Coffee.

Gemahlen kaufen oder selber mahlen: Welcher Mahlgrad ist der richtige für einen Cappuccino?

Der Mahlgrad der Bohne sollte besonders fein sein. In einer Rösterei Deiner Wahl wird Dir der Röster oder die Rösterin auf jeden Fall eine Kaffeebohne mit dem richtigen Mahlgrad aufbereiten können. Auch bei uns im Shop, kannst du deine Bohnen direkt gemahlen bestellen. Mahlst du deinen Kaffee selbst in einer Mühle oder lässt sie etwa im Vollautomaten mahlen, so achte stets darauf, dass du den Mahlgrad richtig einstellst. Ein Röster/eine Rösterin deines Vertrauens wird dir dabei sicherlich nützliche Tipps geben können. Ansonsten gilt: Ausprobieren. Eine gute Orientierung kann dabei der Kaffee selbst sein. Schmeckt er zu sauer, so sollte der Mahlgrad noch etwas feiner eingestellt werden. Schmeckt er hingegen bitter, so darf die Mahlung ruhig etwas gröber werden. Jetzt geht es an die Zubereitung. Wir zeigen Dir Schritt für Schritt wie du vorgehst.

Methode 1: Cappuccino mit der Siebträgermaschine zubereiten

Cappuccino mit der Siebträgermaschine zubereiten

Schritt 1: Brühe Deinen Espresso auf

Brühe deinen Espresso (ca. 30ml) in der Siebträgermaschine auf ca. 70 Grad Celsius auf. Hast du zuvor den richtigen Mahlgrad und die richtige Menge Kaffeemehl gewählt und mit dem Tamper fest aber nicht zu fest angedrückt, dann sollte die Durchlaufzeit für einen Espresso bei ca. 25 Sekunden liegen. Während der Espresso läuft, kannst du dich schonmal an das Aufschäumen der Milch machen.

Schritt 2: Milch aufschäumen in einem Metallkännchen

Menge: Befülle Dein Metallkännchen zu einem Drittel mit kalter Milch (ca. 60ml Milch). Welche Milch Du verwendest, bleibt dir überlassen. Denn fast jede Milch kann auch aufgeschäumt werden.

Milch: Maßgeblich für die Struktur des Schaums ist der Fett- und Eiweißgehalt einer Milch. Wir persönlich haben gute Erfahrungen mit Vollmilch (3,5% Fettgehalt) und einem Eiweißgehalt von ca. 3,4 Gramm auf 100ml Milch gemacht. Aber lasst das nicht zu einer Wissenschaft werden, probieren geht hier über studieren. Und wer keine Kuhmilch verwenden möchte, nutzt zum Beispiel Soja-, Mandel- oder Hafermilch.   

Schäumen: So viel zur Theorie. Nun tauchst du die Dampfdüse deiner Siebträgermaschine knapp unter die Milchoberfläche. Halte die Kanne dabei leicht schräg. Weitere kreisende Bewegungen sind nicht nötig, das übernimmt schon der Milchaufschäumer.

Temperatur: Idealerweise schäumst Du deine Milch so lange auf, bis sie etwa 60 - 70 Grad Celsius warm ist. Wärmer sollte sie nicht werden, da der Schaum sonst du zerfallen droht. Hat sich das Volumen der anfangs eingefüllten Milch verdoppelt und hat einen leicht dickflüssigen Charakter, dann ist dein Milchschaum fertig.

Tipp: Um die richtige Temperatur während des Schäumvorgangs abschätzen zu können, halte einfach eine Hand von unten gegen das Kännchen. Sobald du an der Grenze bist, dass dir das Kännchen in der Hand zu warm wird, ist die passende Temperatur in der Regel erreicht.  

Schritt 3: Bereite deinen Cappuccino zu

Das Vorgehen ist simpel. Halte deine Kaffeetasse gerade und fülle Deinen Espresso dann gleichmäßig mit Deiner aufgeschäumten Milch auf. Du wirst sehen, ein Teil der Milch wird sich direkt mit dem Espresso verbinden und vermischen. Ein anderer Teil setzt sich als dünne cremig-weiße Schaumkrone ab. Wer kann, kann diese mit dem letzten Rest Milch aus dem Kännchen mit Latte Art gestalten.

Fertig ist Dein Cappuccino mit der Siebträgermaschine.

Methode 2: Cappuccino mit einem Espressokocher zubereiten

Wer hingegen keine Siebträgermaschine zuhause hat, der kann sich mit einem Espressokocher und einer French Press ganz einfach aushelfen. Damit das gelingt folgt einfach diesen einfachen Schritten:

  1. Der richtige Mahlgrad. Hier passiert häufig nämlich der erste Fehler, welcher dazu führt, dass Kaffee aus dem Espressokocher bitter und verbrannt schmecken kann. Mahlt die Bohnen nicht so fein, wie für einen Espresso, sondern ein kleines bisschen gröber. 
  2. Nun füllt ihr das Kaffeemehl in den Kaffeefilter. Immer so viel, dass es bis zum Rand reicht. Im Gegensatz zur Siebträger, wird hier aber nichts angedrückt. Ihr lasst das Kaffeemehl einfach locker in dem Filter.  
  3. In den Wasserbehälter füllt ihr nun so viel heißes Wasser, dass dieses gerade bis unter das Überdruckventil reicht. 
  4. Jetzt die obere und untere Einheit des Espressokochers gut verschrauben und auf den Herd stellen
  5. Sobald aus der Öffnung oben Luft anstelle von Kaffee kommt, nehmt ihr den Kocher vom Herd und haltet den unteren Teil des Espressokochers kurz unter kaltes fließendes Wasser. Dadurch wird der Behälter abgekühlt und der Brühvorgang gestoppt. 

Milch mit der French Press aufschäumen

Und jetzt zum kleinen Bonustipp: Um mit einer French Press Milch aufzuschäumen, erwärmt ihr diese zunächst in einem kleinen Kochtopf. Sobald die Milch heißt ist (aber nicht kocht) füllt ihr sie in die French Press um und bewegt das feinporige Gitter mehrfach auf und ab. Ihr werdet schnell merken, dass sich das Volumen der Milch nahezu verdoppelt. Fertig ist euer Milchschaum.

Jetzt einfach die Milch dem Kaffee untermischen und et voilà: Ihr habt mit einfachsten Mitteln einen Cappuccino zuhause zubereitet.  

 Wem die Schritte oben nicht ganz eingängig sind, der kann alles in diesem Video noch einmal Schritt für Schritt nachschauen: