Filterkaffee: Einsteigertipps für die richtige Zubereitung mit dem Handfilter

In diesem Beitrag erklären wir dir, wie du deinen Filterkaffee selbst mit dem Handfilter zubereiten kannst. Zudem geben wir dir konkrete Tipps, welche Produkte wir verwenden und guten Gewissens weiterempfehlen können. Das Schöne an der Zubereitung mit dem Handfilter ist, dass du wortwörtlich alle Faktoren selbst in der Hand hast. Und die können am Ende den geschmacklichen Unterschied machen.

IN DIESEM ARTIKEL:

Schritt für Schritt Anleitung

     

    4 Dinge, die Du für einen Filterkaffee benötigst:

    Der Vorteil am Filterkaffee? Du benötigst kein teures Zubehör und trotzdem kannst du damit geschmacklich herausragende Ergebnisse erzielen. Um einen guten Filterkaffee zuzubereiten, benötigst du für den Start nur 4 Utensilien: 

    1. Papierfilter
    2. Kaffeekanne und -filter
    3. Wasserkocher
    4. Bohnen

    Hario V60 Kaffeefiltertüte Melitta

    Filtertüten gibt es viele am Markt. In unterschiedlichen Formen, Größen und Farben. Wir stellen hier der Einfachheit halber nur zwei gängige Modelle vor, die wir auch selber nutzen: Die klassische braune Filtertüte mit flachem Boden, wie wir sie im Original von Melitta und bestimmt aus den Küchen unserer Eltern und Großeltern kennen, und die gebleichte konisch zulaufende Filtertüte der japanischen Marke Hario, passend für den Hario V60 Kaffeefilter.

    Kaufempfehlung 1: Melitta Kaffeefiltertüten* (↗︎)

    Kaufempfehlung 2: Hario Kaffeefiltertüten* (↗︎)

     

    Kaffeefilterkanne Hario 02 und Stelton Theo

    Zuhause haben wir zwei verschiedene Kaffeefilterkannen und Kaffeefilter im Einsatz. Zum einen eine schwere Stelton Theo Kaffeekanne* (↗︎) aus skandinavischem Steingut mit dem passenden Filter dazu. Und den Klassiker unter den Kaffeekannen - die Hario Coffee Server 02* (↗︎). Beide Kannen haben ca. 600 - 700ml Fassungsvermögen. Die Unterschiede liegen im Material und der Form der Filterhalter. Während die Kaffeekanne und der Filterhalter von Stelton aus dickwandigem Steingut gefertigt sind, kommt der Hario Coffee Server als Glaskanne daher. Der Filter ist aus Kunststoff, lässt sich aber auch problemlos gegen eine Porzellanvariante tauschen. Wer sich ein schönes Designobjekt mit klaren Linien nach Hause holen möchte, der fährt super mit den Produkten von Stelton. Als Einsteigervariante mit der man wirklich nichts falsch machen kann, empfehlen wir aber die Kannen-, Filterkombination von Hario. Diese gibt es in unterschiedlichen Varianten auch als Sets zu kaufen. Diese erhalten dann die Kanne, den Filterhalter, Papierfilter sowie einen Messlöffel zur richtigen Dosierung des Kaffeepulvers. 

    Kaufempfehlung: Hario Filterkaffee Einsteigersets* (↗︎)

        

    Wasserkocher und Wasserkessel für Handfilterkaffee

    Für Kaffee-Einsteiger, die gerade erst in die Welt der Handfilter eintauchen, ist es unserer Meinung nach völlig ausreichend, den Wasserkocher zu verwenden, den ihr zuhause habt. Wer aber gerne von Anfang an auf Barista-Level arbeiten möchte, bekommt schon für unter 50€ einen Wasserkessel mit Schwanenhals* (↗︎) zum Beispiel von Hario. Ein Wasserkessel besitzt keine eigene Heizspirale. Ihr füllt entweder das kochende Wasser aus dem Wasserkocher in ihn um, oder erhitz das Wasser im Wasserkessel auf dem Herd. Warum der Aufwand fragt ihr euch? Ein Wasserkessel gibt euch eine bessere Handhabung und mehr Kontrolle. So verhindert ihr zum Beispiel ein Über- oder Unterbenetzen des Kaffeemehls und könnt das Wasser viel präziser ausgießen. Alternativ gibts es auch Kombigeräte, die Wasserkocher und Wasserkessel in einem Gerät vereinen, wie zum Beispiel den schicken Fellow Stagg 1137* (↗︎).

    Kaufempfehlung: Fellow Stagg 1137 Kombigerät* (↗︎)

    Kaufempfehlung: Hario Buono Wasserkessel mit Schwanenhals* (↗︎)

     

    Bei der Auswahl der Kaffeebohnen habt ihr nun die Qual der Wahl. Je nach Geschmacksvorlieben haben wir euch mal drei unterschiedliche Kaffees zusammengestellt die gut für einen Handfilter geeignet sind. 

    Vorschlag 1: Kaffee aus Honduras

    Stärke: ●○○○○ 1/5

    Der Kaffee ist ein sehr milder und säurearmer Arabica aus Mittelamerika, mit vollmundigem Aroma und fruchtig nussigen Noten.

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    Vorschlag 2: Kaffee aus Kolumbien

    Stärke: ●●●○○ 3/5

    Farsins Kaffee aus dem Hochland Kolumbiens: Eine mittelkräftige Röstung. 100% Arabicabohnen mit vollem Aroma und nussiger Note.

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    Vorschlag 3: Kaffee aus Tansania

    Stärke: ○ 4/5

    Kräftiger Kaffeegeschmack, vollmundiger Körper. Abgerundet durch eine feine, delikate Säure, so schmecken 100% Arabicabohnen aus dem Hochland Tansanias. Wunderbar zu genießen am frühen Morgen.

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    Schritt für Schritt Anleitung

    Schritt 1: Kaffeebohnen mahlen

    Mahlgrad wählen: Welcher Mahlgrad ist für den Handfilter geeignet?

    Entscheidend neben der Bohne ist der richtige Mahlgrad. Für einen Filterkaffee sollten die Bohnen nicht zu fein und nicht zu grob gemahlen werden. Ein mittlerer Mahlgrad ist super. Ich orientiere mich dabei immer an der Struktur von grobem Meersalz. Kaufst du die Bohnen bei deinem Röster oder deiner Rösterin des Vertrauens, kannst du sie auch dort mahlen lassen. Auch hier bei uns im Shop kannst du die Kaffeebohnen gleich passend für den Handfilter bestellen.

    Kaffeepulver dosieren: Wie viel Kaffeemehl braucht man für einen Filterkaffee?

    Bei der Beantwortung dieser Frage tue ich mich wirklich schwer, denn das ist wirklich Geschmacksache. Ich trinke meinen Kaffee gerne kräftiger - Alex hingegen mag seinen deutlich milder. Für eine grobe Orientierung können wir uns aber diese zwei Daumenregeln merken:

      • Auf 500ml Wasser kommen etwa 32 Gramm gemahlener Kaffee
      • Pro Tasse also ca. 1 gehäufter Teelöffel (ca. 10 Gramm) 

    Das ist jedoch nur unsere Empfehlung. Spiel ruhig einmal mit der Menge und taste dich langsam an den für dich optimalen Geschmack heran. Behilflich hierbei könnte auch eine Feinwaage sein. Sie dokumentiert dir die exakte Abmessung von Kaffee und Wasser.

    Ein Tipp: Deine gemahlenen Bohnen sollten nicht älter als sechs Monate sein. Denn mit fortschreitender Zeit ab Röstdatum verlieren sie wichtige Aromastoffe, die einen großen Einfluss auf den Geschmack deines Kaffees haben.

    Schritt 2: Wasser aufkochen

    Wir bleiben bei unseren 32 Gramm Kaffee, die wir mit 500ml Wasser aufbrühen möchten. Hierzu müssen wir nun zunächst erstmal Wasser kochen. Das geht einfach! Wasserkocher an, warten und fertig. Doch Vorsicht: Verwende für deinen Filterkaffee niemals kochendes Wasser! Das könnte den Kaffee bitter machen. Idealer sind Temperaturen zwischen 92 und 96 Grad. Kälter sollte das Wasser nicht werden, denn dann droht der Kaffee wässrig oder sauer zu werden. Experimentiere hier aber gern auch etwas rum, du wirst merken, wie groß der Einfluss der Wassertemperatur auf den Geschmack von Kaffee ist.

    3 Tipps, um die richtige Wassertemperatur zu bestimmen

    Tipp 1: Die einfache Daumenregel

    Lass das Wasser vollständig aufkochen. Warte nun kurz und öffne dann den Deckel, damit Hitze entweichen kann. Jetzt nimmst du den Kocher und bewegst ihn so in Kreisen, dass das Wasser im Inneren auch zu kreisen beginnt. Hierdurch wird das heiße Wasser durchmischt und gibt Wärme an die Luft ab. Dieser Vorgang kühlt das Wasser ungefähr auf die richtige Temperatur ab. Alternativ kannst du das Wasser auch ca. 1 Minute lang stehen lassen. 

    Tipp 2: Küchenthermometer

    Dieser Tipp ist gerade für Einstiger gut geeignet, die nicht so viel in ihr Equipment investieren möchten, aber dennoch genau wissen wollen, wie heiß das Wasser ist. Einfach das Wasser aufkochen lassen, Küchenthermometer ins Wasser halten, Temperatur prüfen und so lange warten, bis das Wasser auf 92 - 96 Grad abgekühlt ist. Einfache Küchenthermometer* (↗︎) sind schon für ca. 10€ erhältlich. 

    Tipp 3: Wasserkocher mit Temperaturanzeige

    Die kostspieligste, aber auch genauste Möglichkeit, ist natürlich sich einen Wasserkocher mit Temperaturanzeigen und wenn möglich mit Warmhaltefunktion zu besorgen. Wir selber nutzen den Fellow Stagg 1137* (↗︎), weil sich dieser auf das Grad genau einstellen lässt. 

    Schritt 3: Den Papierfilter vorbereiten

    Jetzt, wo wir alles parat haben, geht's ans Eingemachte bzw. an die Filtertüte, denn mit der starten wir. 

    Eins

    Faltet zunächst die Filtertüte an der Naht. Bei dem Papierfilter von Hario ist das nur ein Knick, bei dem Melitta Filter zwei Knicke, einer am Rand und einer unten. Das Falten ist wichtig, damit die Papierfilter in den Filterhalter passen.

    Zwei

    Benetze nun den Papierfilter, so wie er schon im Handfilter ist, durch eine kreisende Handbewegung mit etwas gekochtem Wasser. Warte, bis sich das Wasser in der Kanne gesammelt hat und gieße es anschließend aus. Damit beseitigt ihr den Eigengeschmack den manche Filtertüten mit sich bringen und sorgt zugleich dafür, dass sich der Papierfilter perfekt an den Filterhalter schmiegt. Netter Nebeneffekt: Kanne und Filterhalter sind nun gut vorgewärmt.

    Schritt 4: Showtime für den Filterkaffee

    Kaffeepulver vorbereiten

    Gib jetzt das abgewogene Kaffeemehl in den vorbereiteten Kaffeefilter. Klopfe zwei drei mal an den Rand des Fiterhalters, damit sich das Pulver gleichmäßig verteilt und eine ebene Fläche bildet (Diesen Vorgang nennt man auch "Leveln"). Dadurch stellst du sicher, dass die Aromen im Kaffee gleichmäßig extrahiert werden, wenn sie mit dem Wasser in Kontakt kommen.  

    Kaffeepulver quellen lassen

    Langsam und in kreisenden Bewegungen gibst du nun das gekochte Wasser hinzu, bis das Kaffeepulver komplett mit Wasser bedeckt ist. Jetzt heißt es kurz warten: Lasse deinen Kaffee etwa 30 bis 40 Sekunden quellen. Im Fach-Jargon nennt man diese Phase "Blooming". Dir werden wahrscheinlich kleine Bläschen auffallen, die auf der Oberfläche des Kaffees erscheinen. Das ist alles korrekt so, denn was passiert, ist das Entweichen von Gasen, die entstehen, wenn sich der gemahlene Kaffee mit Wasser vollsaugt. Und genau das wollen wir erreichen.

    Wasser aufgießen

    Ist der Blooming-Vorgang beendet, gibst du erneut Wasser in kreisenden Bewegungen auf den Kaffee, bis der Filter bis oben gefüllt ist. Du kannst nun das Wasser einmal komplett durchlaufen lassen und erneut aufgießen, wenn danach noch Wasser übrig ist. Alternativ kannst du auch den Pegel des Wassers im Filter auf einem konstant hohen Level halten, indem du nach den kreisenden Bewegungen, den Wasserstrahl in die Mitte des Filters verlagerst und genau so schnell nachgießt, wie unten Kaffee in die Kanne tröpfelt. 

    Schritt 5: Genießen

    Hier bleibt uns nicht mehr viel zu sagen, außer: Genieße es!

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